Bürgergesellschaft Neuss

Chronik

Am 27. Februar 1861 versammeln sich 60 Neusser Bürger und beschließen die Gründung einer katholischen Gesellschaft mit dem Namen „Constantia“. Zweck des Vereins ist die „Verbreitung der Kenntnis katholischer Prinzipien, Förderung bürgerlicher und kirchlicher Interessen und gesellige Unterhaltung“. In politischer Hinsicht hat die Gesellschaft das Ziel, unter den Katholiken eine stärkere Einheit in der Auseinandersetzung mit den Liberalen über die deutsche Frage oder die preußische Heeresreform zu erreichen. Erster Präsident der „Constantia“ wird Dr. Friedrich Ludger Kleinheidt (1830-1894), Religionslehrer am Städtischen Gymnasium.

Erstes Vereinslokal wird die Restauration von V.F. Mickenschreiber am Büchel, unmittelbar neben dem Rathaus. Im August 1862 bezieht die Vereinigung ihr erstes eigenes Gesellschaftshaus am Markt 19.

Am 23. Oktober 1908 ändert die Gesellschaft „Constantia“ ihren Namen in „Bürgergesellschaft zu Neuß“. Da die bisherigen Räumlichkeiten der Gesellschaft am Markt für die fast 150 Mitglieder nicht mehr ausreichen, wird der Bau eines neuen Gesellschaftshauses beschlossen.

1910 ist es soweit: Die Gesellschaft bezieht ein neues Gebäude an der Niederstraße. Eigentümerin ist die Gesellschaft für Buchdruckerei, Herausgeberin der Neuß-Grevenbroicher Zeitung, die auf dem Nachbargrundstück gedruckt wird.

1945 wird das Gesellschaftshaus bei Bombenangriffen zerstört. 1948 einigen sich Gesellschaft für Buchdruckerei und Bürgergesellschaft, die Gebäude wieder aufzubauen. Ein Jahr später erhält der Architekt Wilhelm Gilges den Auftrag, ein neues Gesellschaftshaus an gleicher Stelle zu errichten. Die Mitglieder der Bürgergesellschaft beteiligen sich zu einem Drittel an den Baukosten. Mit dem Wiederaufbau des Vorderhauses der Bürgergesellschaft verschwindet 1955 das Trümmergrundstück an der Niederstraße.

Im April 1956 kann Präsident Hermann Wilhelm Thywissen die Mitglieder der Generalversammlung im wieder aufgebauten Haus begrüßen. Bei der Neuaufnahme von Mitgliedern sind zum ersten Mal Frauen vertraten, zunächst Witwen verstorbener Mitglieder.

Im Jahr 1974 zählt die Bürgergesellschaft 570 Mitglieder und bezieht den Neubau an der Mühlenstraße, in dem sie auch heute noch beheimatet ist. Vorangegangen waren jahrelange Diskussionen um die Umgestaltung des Neumarktviertels, die schließlich den Abriss des Gesellschaftshauses an der Niederstraße zur Folge hat.

Ins neue Jahrtausend geht die Bürgergesellschaft unter der Führung des Präsidenten Dr. Hermann Josef Kallen nach langer Diskussion mit einer grundlegenden Satzungsänderung, die eine deutliche Öffnung der bislang rein katholischen Gesellschaft Neusser Männer einleitet. Bei 71 Prozent Wahlbeteiligung der 655 Mitglieder stimmen 92 Prozent der Änderung zu. Künftig können der Gesellschaft auch evangelische Christen und Frauen als ordentliche Mitglieder beitreten.

2005 steht den Mitgliedern nach umfangreicher Renovierung ein modernes, attraktives Heim an der Mühlenstraße zur Verfügung.

2011 feiert die Bürgergesellschaft unter ihrem aktuellen Präsidenten Johann-Andreas Werhahn (geboren 1955) ihr 150-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum erscheint das Buch „150 Bürger“.

Wer sich genauer über die Geschichte der Neusser Bürgergesellschaft informieren möchte, findet hier die ausführliche Chronik.

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